Dr. Pascal HabeggerBlogbeitrag vom 28. Mai 2019Trend

OneGov GEVER in der Verwaltung des Kantons St.Gallen: Ein Zwischenbericht

Der Kanton St.Gallen und 4teamwork arbeiten nun bereits seit drei Jahren intensiv zusammen. In diesem Beitrag möchten wir – 4teamwork und der Kanton St.Gallen – gemeinsam zurückschauen. Wie hat alles begonnen? Was waren damals die Herausforderungen und Bedürfnisse? Wie haben sich diese verändert? Und was sind die langfristigen Ziele, wo geht die gemeinsame Reise hin?

Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit Erich Gollino, Projektleiter GEVER seitens Kanton St.Gallen, erarbeitet. Bei 4teamwork haben Pascal Habegger (CEO) und Philipp Röthlisberger (Head of Projects and Services) ihre Eindrücke über die Zusammenarbeit geschildert.

Wie ist die Zusammearbeit entstanden?

Erich Gollino: Die Regierung des Kantons St.Gallen verabschiedete Ende 2015 die GEVER-Strategie, welche die Einführung eines einheitlichen GEVER-Systems in der gesamten Kantonsverwaltung vorsah. Im Rahmen einer Pilotphase, welche bis Ende 2017 dauerte, sollten drei Pilotämter mit diesem GEVER-System ausgestattet werden. Ebenfalls Teil dieser Pilotphase war eine Ausschreibung nach GATT/WTO, welche 4teamwork AG mit dem Produkt OneGov GEVER für sich entschied. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Pilotphase wurde die Staatskanzlei damit beauftragt, das GEVER-System in der gesamten Kantonsverwaltung auszurollen. Dieser Prozess ist aktuell im Gange. Zusätzlich zur Kernverwaltung des Kantons werden auch die Staatsanwaltschaft und die Gerichte mit OneGov GEVER ausgestattet.

2018 0920 155544Luftbild Stiftsbezirk Bearb

Was sind die Bedürfnisse, und wo lagen bisher die Herausforderungen?

Erich Gollino: Die Benutzer wünschen sich ein leistungsfähiges System, das einfach zu benutzen ist. Immer wichtiger wird auch die mobile Welt (Bearbeitung von Dokumenten übers Tablet/Handy; Stichwort: Digitalisierung). Wir brauchen also einen Partner, der sowohl das “Daily Business” bezüglich Migrationen abwickelt als auch parallel dazu die Weiterentwicklung des GEVER-Systems im Auge behalten kann. Dabei dürfen natürlich auch Fragen der Daten- und Systemsicherheit nicht hintenanstehen.

Welche Herausforderungen zeichnen sich nun nach rund drei Jahren ab?

Philipp Röthlisberger: Die lange Projektdauer, der weitreichende Umfang sowie die langen Parallelitäten von Einführungsprojekten und laufendem Betrieb (Releases) sind Herausforderungen, welche Ausdauer fordern. Es ist auch wichtig, organisatorische Fragen nicht mit technischen Fragen zu vermischen.

Parallel zur Migration und den Schulungen von diversen Mandanten wurden letztes Jahr fünf ordentliche Releases von OneGov GEVER eingespielt – dies hat uns organisatorisch wie auch technisch gefordert.

Pascal Habegger: OneGov GEVER wird in St.Gallen primär über gängige Webbrowser wie Internet Explorer, Microsoft Edge oder Google Chrome genutzt. Auffallend ist jedoch, dass die Webschnittstelle von OneGov GEVER immer häufiger durch Anwendungen von Drittanbietern wie beispielsweise dem OneGov Explorer (auch “GEVER Laufwerk” genannt) der Firma Ubit genutzt wird. Dieser ermöglicht den benutzerfreundlichen Zugriff auf OneGov GEVER über ein normales Netzlaufwerk im Dateiexplorer. Auch existieren in St.Gallen mit den Fachanwendungen Kodasa und Beteiligungsmanagement bereits zwei Fachanwendungen, die diese Schnittstelle nutzen. Die Web-Schnittstelle ist äusserst performant, so dass mehrere Millionen Zugriffe pro Monat und Mandant problemlos verkraftet werden können.

Wie weit ist die Ausbreitung von OneGov GEVER inzwischen fortgeschritten?

Philipp Röthlisberger: Bis Ende 2018 wurden 11 Mandanten mit rund 1’200 Usern migriert und geschult (Staatskanzlei, alle Generalsekretariate, Kantonspolizei, Hochbauamt, Staatsarchiv). Für dieses Jahr sind weitere 12 Mandanten geplant, nächstes Jahr kommen weitere 13 dazu. Bereits jetzt werden weit über eine Million Dokumente in OneGov GEVER in mehreren Hunderttausend Dossiers und insgesamt mehr als 2 TB Daten verwaltet. Die Anwendung wird in einer hoch redundanten Umgebung von Abraxas Informatik AG betrieben und erreicht eine Verfügbarkeit von über 99.99%. Die durchschnittliche Antwortzeit von OneGov GEVER liegt bei sehr guten 1.1 Sekunden.

Wie ist nun der weitere Projektfahrplan? Gibt es weitere wichtige Meilensteine?

Erich Gollino: Bis spätestens Ende 2023 wird OneGov GEVER flächendeckend in der Kantonsverwaltung St.Gallen eingeführt sein, mit insgesamt rund 65 untereinander vernetzten Mandanten mit mehr als 4’500 Benutzenden.  

Pascal Habegger: Ein weiterer wichtiger Meilenstein wird die Einführung des neuen Ratsinformationssystems (RIS) als Erweiterung von OneGov GEVER sein, dass den Mitgliedern der Regierung und den 120 Kantonsrätinnen und -räten die mobile Vorbereitung der Sessionen mittels Tablets ermöglicht. Die neue RIS-Lösung integriert sich direkt mit der vorhandenen Abstimmungs- und Videoanlage; Wortprotokolle werden automatisch aus den aufgezeichneten Aufnahmen in Text umgewandelt und stehen danach im RIS zur weiteren Verarbeitung zur Verfügung.

Mit dem neuen RIS macht die gesamte Kantonsverwaltung einen grossen Schritt Richtung Digitalisierung: Alle Regierungs- und Parlamentsgeschäfte können über OneGov GEVER und RIS komplett digital abgewickelt werden, ohne irgendwelche Medienbrüche.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit? Wie arbeitet ihr zusammen?

Philipp Röthlisberger: Die Zusammenarbeit charakterisiere ich als eng, partnerschaftlich, auf Augenhöhe, offen und transparent. Es findet ein regelmässiger Austausch zwischen St.Gallen und Bern statt (Skype Calls, Online Meetings aber auch vor Ort). In diesem Sinn blicken wir motiviert in die Zukunft und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Kanton St.Gallen.

Haben Sie Fragen? Wir sind gerne für Sie da

Anmeldung Newsletter