Medienmitteilung Verein PloneGov.ch: Die Open-Source-Anwendungen fürs Schweizer eGovernment sind auf Kurs
Beachtliche Erfolge
Ein kurzes Jahr nach seiner Gründung kann der Verein PloneGov.ch auf beachtliche erste Erfolge zurückblicken. Die zweite Generalversammlung vom 24.3.2009, welche in Bern stattfand, war wie schon die erste mit einem PloneGov Info Sprint verbunden. Dieser vermittelte einen spannenden Einblick in mehrere vom Verein initiierte und mitgetragene, auf der Basis von Plone realisierte Open-Source-Anwendungen. Im Vordergrund der Präsentation standen Projekte, aus denen -- gemäss dem Grundsatz "Einmal entwickeln -- mehrfach nutzen" -- standardisierte, anpassungsfähige Portal-Anwendungen für Schweizer Gemeinden und Schulen entstanden sind. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Vernetzung von PloneGov mit anderen Open-Source-Initiativen, wie z.B. dem elektronischen Formularserver des SECO.
Internationales Projekt
PloneGov beruht auf der Open-Source-Software Plone, einem weltweit führenden Web Content Management & Collaboration-System. Der Werkzeugkasten, der die wesentlichen Geschäftsbedürfnisse von Gemeinden, Schulen, NGO's und KMU's etc. abdeckt, lässt sich dank konsequenter Ausrichtung an offenen Standards gut mit anderen Open-Source-Lösungen oder kommerziellen Produkten (z.B. im Bereich spezifischer Fachanwendungen) verbinden.
Hinter PloneGov steht eine internationale Community von derzeit über 70 Organisationen aus 15 Ländern (sowie über 3'000 Plone-Entwicklern), die dafür sorgen, dass der Funktionsumfang des Produkts kontinuierlich weiter wächst und optimiert werden kann (www.plonegov.org; www.plone.org).
Zahlreiche internationale eGovernment Auszeichnungen
PloneGov wurde bereits mehrmals international ausgezeichnet, zuletzt
im Herbst 2008 am 8. internatio¬nalen E-Government-Wettbewerb als
bestes
der eingereichten Schweizer Projekte. Die internationale PloneGov
Community erhielt Auszeichnungen wie z.B. den "Grand Prix du Jury" der "Gold Lutèce Awards of Paris" (2007) sowie das "Good Practice Label 2007" der EU-Kommission.
Der PloneGov Info Sprint vom 24.3.2009 stand unter dem Motto "Yes, we
can -- and we just do it".
Standardisiertes Portal für Schweizer Gemeinden
Am Beispiel der Gemeinde Wetzikon wurde dargelegt, wie ein überarbeiteter lokaler Internet-Auftritt zu einem standardisierten E-Government-Portal für Schweizer Gemeinden führte.
Vorkonfektioniertes Schulportal
Im Kanton Basel-Stadt entstand ein vorkonfektioniertes Portal für die Schulen, das buchstäblich "Schule machte". Dank des hohen Standardisierungsgrades und des damit verbundenen geringen Pflegeaufwandes stellt dieses auch für Schul-Administrationen über die Kantonsgrenzen hinaus eine attraktive, überaus kostengünstige Lösung dar. Dabei geht der individuelle Gestaltungsspielraum nicht verloren.
www.zug.ch: Neue Masstäbe in Sachen E-Government 2.0
Der Kanton Zug schliesslich ist dank der Verbindung von E-Government-Portal, standardisiertem Intranet-Arbeitsplatz, zentraler Datenaustausch-Plattform sowie einer Reihe von Einzel-Anwendungen wie z.B. einem Veranstaltungskalender im Begriff, neue Massstäbe in Sachen E-Government 2.0 zu setzen. Alle diese Lösungen wurden zusammen mit ausgewählten Gemeinden konzipiert und stehen diesen zur Verfügung.
Das neue Portal des Kantons Zug (www.zug.ch) hat von der Schweizer Zertifizierungsstelle "Zugang für alle" die höchste Qualitätsauszeichnung AA+ erhalten. Es erfüllt damit die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes vom 1. Januar 2004, welches Verwaltungen verpflichtet, neue Websites auch für behinderte Menschen barrierefrei anzubieten.
Die Technologie-Zeitschrift «anthrazit» nahm den Zuger Internet-Auftritt in die Auswahl der 200 besten Websites der Schweiz auf. Im Kantonsvergleich über die beste Internetpräsenz der Zeitschrift Computerworld vom Februar 2009 belegt der Kanton Zug Platz 2.
Vernetzung mit anderen Dienstleistungen
Als Open-Source-Anwendung lässt sich PloneGov sehr gut mit anderen Dienstleistungen vernetzen. Gezeigt wurde, wie der vom SECO realisierte Formularserver aus PloneGov heraus aufgerufen werden kann. Die Einbindung weiterer schweizweit nutzbarer Basis-Services, die auf der Open eGov-Plattform des SECO und des Bundesamtes für Justiz bereitstehen, in den PloneGov Online-Schalter wird vorbereitet. Die nach Geschäftssituationen von Unternehmen gemäss eCH-0049-Standard aufgebaute Portal-Einstiegsvariante für Kantone oder Gemeinden lässt sich ferner ohne grossen Aufwand durch Portal-, Intra- / Extranet- und Kanzlei-Lösungen für NGO's und KMU's ergänzen.
Die weiteren Schritte
In der Diskussion und vor allem im abschliessenden Podium kamen die Praktiker zu Wort. Es ging darum, gestützt auf den Rückblick der Tätigkeiten im vergangenen Jahr die nächsten Schritte aufzuzeigen. Diese orientieren sich am Grundsatz "Einmal entwickeln -- mehrfach anwenden" der E-Government-Strategie Schweiz. Wie ein weiterer Beitrag zeigte, beginnt PloneGov aber auch bereits als kostengünstige Alternative in Entwicklungsländern eine rasch wachsende Resonsanz zu finden.
Für das Jahr 2009 hat sich der Verein PloneGov.ch die folgenden Ziele
gesetzt:
1. Konsequente Weiterführung der bisherigen Aktivitäten in pragmatischen
Schritten
2. Intensivierte Vernetzung mit den Angeboten anderer
Open-Source-Initiativen im E-Government-Bereich
3. Konzentrierte Öffentlichkeitsarbeit in Anwendungsbereichen mit
besonderem Diffusionspotenzial, insbesondere für:
- Gemeinden: "Ausrollen" des standardisierten E-Government-Portals für Schweizer Gemeinden
- Schulen: Publikmachen des im Kanton Basel-Stadt realisierten Angebots in andern Kantonen, Städten und Schulhäusern
- KMU's: Ausbau des Gemeinde-Portals durch Integration von "Shared Services", z.B. des KMU-Portals, in den Online-Schalter für
Unternehmen; Erschliessen eines weiteren Anwenderkreises von
Plone(Gov) in Verbindung mit der Nutzung von Online Services auf dem KMU-Portal des SECO usw.).
4. Gewinnung weiterer privater wie auch öffentlicher Organisationen und
Institutionen, die PloneGov bedarfsgerecht weiterentwickeln und die
erarbeiteten Ergebnisse dem Verein für die Wiederverwendung zur
Verfügung stellen (-> Erweiterung des PloneGov.ch-Standards).
5. Beteiligung an Preisausschreiben und Nutzung der damit
verbundenen grösseren Publizität für die Weiterverbreitung der auf
PloneGov
basierenden Open-Source-Anwendungen.
Für weitere Auskünfte:
Thomas Schärli (thomas.schaerli@bs.ch, Tel. G: 061 267 87 44) und
Bernhard Bühlmann (b.buehlmann@4teamwork.ch, Tel. G: 031 305 90 24).
Mitglieder des Vorstands von PloneGov: Dr. Hanna Muralt Müller,
Präsidentin, Bernhard Bühlmann (4teamwork), Urs Fässler
(Kommunalberater), Alexander Kämpfer (Informatikstrategieorgan Bund,
ISB), Peter Schwendener (Finanzverwaltung Kanton BS).
Expertenausschuss: Thomas Schärli (Finanzverwaltung Kanton BS), Benno
Häfliger (Metaversum AG), Alexander Kämpfer (ISB), Barbara Thönssen
(Leiterin Competence Center E-Government, Fachhochschule
Nordwestschweiz), Richard Pöllinger (Fachhochschule Nordwestschweiz).

